Warum Herzrasen, Schwindel und Erschöpfung mehr als „Kreislaufprobleme“ sein können
Viele Menschen mit Long Covid oder ME/CFS berichten über ein zentrales Problem:
Kaum richtet man sich auf, beginnt das Herz zu rasen. Schwindel tritt auf, das Sichtfeld wird unscharf, die Beine fühlen sich instabil an. Manche müssen sich sofort wieder hinlegen.
Was oft als „Kreislaufschwäche“ abgetan wird, kann in Wahrheit eine autonome Dysfunktion sein – insbesondere das Posturale Tachykardie-Syndrom (POTS).
POTS ist eine Störung des autonomen Nervensystems. Beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen ins Stehen steigt die Herzfrequenz übermäßig stark an (≥ 30 Schläge/Minute bei Erwachsenen), ohne dass der Blutdruck ausreichend stabilisiert wird.
Warum tritt POTS häufig bei Long Covid und ME/CFS auf?
Sowohl bei Long Covid als auch bei ME/CFS werden immunologische und neurovaskuläre Dysregulationen diskutiert. Mögliche Mechanismen:
- Autoantikörper gegen autonome Rezeptoren
- Störungen der Gefäßregulation
- Endotheliale Dysfunktion
- Persistierende Entzündungsprozesse
- Fehlregulation des Renin-Angiotensin-Systems
Studien zeigen, dass ein relevanter Anteil von Long-Covid-Betroffenen Kriterien für POTS erfüllt.
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Typische Symptome von POTS
- Herzrasen beim Aufstehen
- Schwindel oder Benommenheit
- „Brain Fog“
- Zittern
- Kurzatmigkeit
- Fatigue
- Belastungsintoleranz
Gerade in Kombination mit Post-Exertioneller Malaise (PEM) kann POTS den Alltag massiv einschränken.
Diagnostik und Therapie
Die Diagnostik erfolgt meist über:
- Schellong-Test
- Kipptischuntersuchung
- Herzfrequenzmessung im Stehen
Therapieoptionen können sein:
- Erhöhte Flüssigkeitszufuhr
- Angepasste Salzaufnahme
- Kompressionstherapie
- Medikamentöse Stabilisierung
- Autonomes Training
- Konsequentes Energiemanagement
Wichtig: Therapie muss individuell erfolgen – besonders bei gleichzeitiger ME/CFS.